Entwicklung
Die Vereinten Nationen sind in der Krise, politisch und finanziell. Das betrifft auch ihren Kampf gegen Armut und für nachhaltige Entwicklung. Es gibt Ideen, wie sie mit weniger Geld sogar mehr Wirkung erzielen könnten. Das erfordert ein radikales Umdenken – bei den UN selbst und bei ihren Mitgliedern.
In der Länderliste zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele ist die Schweiz deutlich abgerutscht. Die Regierung nennt ein schwieriges internationales Umfeld als Grund. Kritiker lassen das nicht gelten.
In Afrika ist ein Großteil der Firmen nirgendwo registriert und zahlt keine Steuern. Solche Informalität ist kein Mangel, sondern oft rational begründet, argumentiert die Denkfabrik Brookings.
Vor einem Jahr wurde die US-Entwicklungsagentur USAID zerschlagen. In Indien sind die Folgen dramatisch. Zudem behindert die indische Regierung die Arbeit einheimischer Gesundheitsorganisationen.
Westliche Institutionen beurteilen die Wirtschaft in Entwicklungsländern ohne Rücksicht auf ihre soziale Wirklichkeit und die Ziele ihrer Regierungen. Dieser technische Blick muss dringend überwunden werden.
Carlos Lopes geht in seinem Buch "The Self-Deception Trap" Ursachen und Wirkungen von Fehleinschätzungen in den Beziehungen zwischen Afrika und Europa auf den Grund. Als früherer Diplomat und heutiger Professor in Kapstadt beleuchtet er die Probleme anschaulich.
Selig sind die Friedfertigen, heißt es in der Bergpredigt. Davon sind wir in Teilen der Weltgemeinschaft aktuell weit entfernt. Aus der Vergangenheit und Gegenwart Ruandas lassen sich dazu einige Lehren ziehen.
Deutschland werde eine neue Nord-Süd-Kommission zur Bearbeitung globaler Probleme gründen, heißt es im schwarz-roten Koalitionsvertrag. Die Debatte darüber gewinnt an Fahrt. Manche meinen, schon der Name weise in die falsche Richtung.
Ein Jahr nachdem Bangladeschs Premierministerin von der Demokratiebewegung gestürzt wurde, sind zivilgesellschaftliche Organisationen von mangelnden Reformen der Übergangsregierung enttäuscht. Muhammad Yunus, der Chef dieser Regierung, hat indes Wahlen für Februar 2026 angekündigt.
Nichtstaatliche Geberorganisationen sprechen mit Blick auf ihre Partner im globalen Süden gern von Augenhöhe und Gleichberechtigung. Doch davon ist die Zusammenarbeit weit entfernt, meint Nathalie Beghin. Ein Plädoyer für wirklich dekolonisierte Partnerschaften.
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